Dem Chaos folgt die Reorganisation, Ordnung auf höherem Niveau


Das Prinzip (#3) von Chaos und Reorganisation

Das was wir als Chaos empfinden und oftmals als ganz unerwünscht ablehnen, geht unserem Wachstum fast immer voraus und ist insofern Teil jedes persönlichen Wachstumsprozesses. Deshalb ist Chaos oftmals eine gute Sache.

Ein Beispiel:

Stellen Sie sich vor, Sie beobachten den Aufbau einer großen Messe, z. B. einer Automobilausstellung. Was uns am Tag der Eröffnung wie eine Selbstverständlichkeit vorkommen mag, dass alles geordnet an seinem Platz zu finden ist, wirkte während der Tage vorher noch völlig chaotisch, vor allem, wenn Sie zum ersten Mal einen Messeaufbau erleben. Für Messebauer ist das - scheinbare - Chaos in der Zeit vor der Eröffnung bekannt und normal. Er weiß, dass das „Chaos" wie immer von einer Ordnung abgelöst wird und deshalb nicht beunruhigend ist
Er weiß: Dem Chaos folgt die Reorganisation, Ordnung auf höherem Niveau.

Für den einen Normalität, für den Anderen Chaos. Da spielt die schon angesprochene Stress-Schwelle eine wichtige Rolle. Der erste Tag im Op. war für den Medizinstudenten wahrscheinlich ziemlich aufregend – voller unbekannter Eindrücke – in gewissem Sinne chaotisch. Der ausgebildete Chirurg hat in seiner Ausbildung durch immer wieder gemachte Erfahrungen seine persönliche Stress-Schwelle so weit angehoben, dass der Op. alltägliche Normalität wurde. Von Chaos keine Spur.

Die oben genannten Bewältigungsmechanismen (d.h. dysfunktionale Gefühle und Verhaltensweisen) sind in Wirklichkeit Versuche, die Innere Landkarte der Realität, d. h. unser Verständnis von uns selbst und von der Welt, zusammenzuhalten. Dies geschieht, weil wir diese Landkarte mit existentieller Sicherheit assoziieren. Das zu ändern, fühlt sich nicht sicher an. Häufig wird in diesem Zusammenhang der Begriff „Komfortzone" gebraucht. Wachstum bedeutet, die Komfortzone zu verlassen.

Der Prozess einer Reorganisation der Realität auf einer höheren Ebene als Reaktion auf Reize, die Ihre Schwelle überschreiten, ist ein sehr natürlicher Prozess. Da die alte Innere Landkarte der Realität auf eine Weise stimuliert wird, die ihre Schwelle überschreitet, gerät sie in ein temporäres inneres Chaos.

Irgendwann kann die alte Karte auseinanderfallen, wenn das Chaos so groß wird, dass sie sich nicht mehr zusammenhalten lässt. Dann, fast gleichzeitig, reorganisiert sich die Karte auf einem höheren, komplexeren Niveau – einer Landkarte, die den Umgang mit der Umgebung ermöglicht, einer Umgebung, mit der sie bisher nicht umgehen konnten.

Dieser natürliche Prozess führt immer zu einer neuen und besseren Karte, die mit dem umgehen kann, was die alte Karte nicht konnte. Es ist daher hilfreich, zu erkennen, wann man sich im anfänglichen Chaoszustand befindet und sich daran zu erinnern, dass das Chaos, das man erlebt, der Auftakt zu positiven Veränderungen ist. Es ist außerordentlich hilfreich, darauf zu vertrauen, dass jedes Chaos ein notwendiger Schritt auf dem Weg zu einer höheren Ebene ist (Umgang mit Situationen, Erkenntnissen...)

Eine alte Volksweisheit bringt das auf den Punkt:
Wer weiß wozu es (das Chaos) gut ist?

In einem 20-minütiigen Kennenlerngespräch („Discovery Call") können Sie mehr über die 9 Prinzipien des Denkens erfahren und wie Sie sie nutzbringend für sich anwenden. Unter Anderem durch Anwendung verschiedener Techniken aus meinem mentalen Werkzeugkasten.

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